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Luftaufnahmen mit Drohnen – Fliegen in Gebäuden

Publiziert am Juli 8th, 2016

Luftaufnahmen innerhalb eines Gebäudes zu erstellen ist eine spannende und herausfordernde Aufgabe. Was es dazu zu beachten gilt, erfährst du in diesem Blogbeitrag.

Luftaufnahmen kennt man klassischerweise von Landschaften und Personen in der freien Natur. Dabei hat der Pilot viel Raum für Flugmanöver und Hindernisse sind leicht zu erkennen. Für Firmen die grosse Lagerhallen oder Produktionsräume besitzen sind Luftaufnahmen ein spannendes Mittel, um diese zu präsentieren. Mit einer statischen Kamera ist es schwierig, die ganze Pracht einer Produktionshalle festzuhalten.  Mit einer Drohne kann man sich perspektivisch frei bewegen und kann die Qualität der Aufnahmen auf ein neues Level heben.

 

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Indoorflug in einem Hochregallager

Störsignale

Wird man für einen Indoorflug angefragt, sollte man sich unbedingt vorgängig die Lokalität anschauen. Ich persönlich nehme an das erste Treffen mit dem Kunden, die Drohne direkt mit. Dies hat zwei Vorteile: Einerseits sieht der Kunde die Drohne und freut sich dadurch bereits auf die Aufnahmen und anderseits kann man einen kurzen Testflug absolvieren. Dadurch kann geprüft werden, ob die Drohne nicht durch Störsignale beeinflusst wird. Dies ist ein wichtiger Punkt. Denn oft herrschen in Produktionsstätten sehr anspruchsvolle Bedingungen für einen Drohnenflug. Viele Maschinen mit Störsignalen, Barcodescann-Systemen, Wireless-Internet und magnetischen Felder, machen den Flug in Gebäuden zu einem aussergewöhnlich anspruchsvollen Unterfangen. Wir haben schon erlebt, dass ein Störsignal die Drohne so stark gestört hat, dass sich die Drohne und das Gimbal selbständig im Kreis gedreht haben, ohne, dass der Pilot die Möglichkeit hatte einzugreifen. Deshalb mein Tipp: Unbedingt vorher Testflug absolvieren!

 

Flugroute

Im Weiteren ist es wichtig, die Flugroute vorgängig genau zu besprechen. Dabei gibt es einige Dinge zu beachten:

 

Downwash

Der Downwash-Effekt entsteht durch die von den Rotoren erzeugten Abwinde. Dadurch entstehen unterhalb der Drohne Windverwirblungen die ein instabiles Flugverhalten hervorbringen. Wenn man sehr nahe über Objekte fliegt, stören die Abwinde der Drohne die Flugeigenschaften so stark, dass kein schöner Flug möglich ist.  Dabei kann die Drohne plötzlich absinken oder aufsteigen, was in der Aufnahme klar zu erkennen ist.  So ab ca. 1m-1.5m ist dieser Effekt sehr gering und fast nicht mehr zu wahrzunehmen. Du solltest also bei der Bestimmung der Flugroute darauf achten, dass du nicht zu nahe über Objekte fliegst.

 

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Flug über Maschinenpark

Einschätzung der Raumhöhe

Von Outdoorflügen ist der Pilot gewohnt, die Drohne frei manövrieren zu können. Innerhalb eines Gebäudes muss er sich an eine neue Umgebung gewöhnen. Die Einschätzung der Raumhöhe spielt dabei eine wichtige Rolle. Steht der Pilot direkt unter der Drohne, ist es für ihn schwierig die Höhe des Raumes richtig einzuschätzen. Daher sollte sich der Pilot viel Zeit lassen und ruckartige Flugmanöver unterlassen.

 

Flugmodus

Innerhalb eines Gebäudes kann die Drohne nicht über den GPS Modus geflogen werden, da die Satellitensignale nicht durch Wände und Decken empfangen werden. Generell rate ich von Flügen im GPS Modus ab. Wieso? Mehr dazu in diesem Artikel. Durch einen Flug ohne GPS entfällt natürlich die Möglichkeit eines Failsafes. Der Attitude Modus kann uns sollte hingegen benutzt werden. Dieser funktioniert auch innerhalb von Gebäuden, da er nur mit internen Komponenten, wie dem Gyro, Flugkontroller und dem Beschleunigungssensor kommuniziert. Dennoch kann es auch dabei zu Störungen kommen, beispielsweise durch starke magnetische Felder. Wer ganz sicher gehen will, läuft mit der Drohne durch den Raum und achtet sich auf dabei auf die LED’s des Flugkontrollers.

 

Lose Gegenstände

Ist die Flugroute bestimmt und alle vorhergehenden Sachen beachtet worden, geht’s an den Flug. Vorher sollte man sich aber im Klaren sein, dass durch die Abwinde der Drohne lose Gegenstände leicht durch die Luft gewirbelt werden können. So empfiehlt es sich vor dem Flug, alle losen Sachen, wie beispielsweise Papiere, wegzuräumen.

 

Lebendige Aufnahmen

Alleine der Flug durch eine Produktionsstätte kann sehr ansprechend sein. Will man der Aufnahme aber etwas mehr Leben einhauchen, sollte darauf achten, dass Personen in die Aufnahme eingebunden werden, die am Arbeiten sind. Denn eine leere Produktionshalle sieht weniger ansprechend aus, als eine in der man sieht, dass gearbeitet wird. Da es während dem Flug sehr laut ist, empfehle ich alle Personen vorgängig genau zu informieren, wann was getan werden soll. Es ist sehr störend, wenn die Flüge immer wieder wiederholt werden müssen, weil die Personen nicht richtig informiert wurden. Klare Handzeichen oder Funkgeräte schaffen dabei Abhilfe.

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