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Warum man den GPS Modus nicht benutzen sollte

Publiziert am Juni 29th, 2016

Man hört von Leuten, Foren oder Youtubevideos die wildesten Storys über unkontrollierbare Drohnen und den damit verbundenen Abstürzen. Wenn ich nachfrage in welchem Flugmodus geflogen wurde, höre ich meistens im GPS-Modus. Warum der Profi den GPS Modus nicht nutzt, erfährst du in diesem Artikel.

Jeder kann eine Drohne fliegen?

Drohnen in allen Varianten und Grössen gibt es unterdessen in jedem Spielwarengeschäft zu kaufen. Die Hersteller haben bemerkt, dass sich RTF (Ready to fly) Drohnen sehr gut verkaufen. Auspacken, Akku rein und losfliegen. Im besten Fall wird vorher noch kurz ein Youtubevideo geschaut und los geht‘s. Kein Problem sagt sich der Laie, denn es gibt da ja den GPS Modus bei dem die Drohne selbständig immer am gleichen Ort stehen bleibt. Die Werbungen grosser Hersteller suggerieren, dass man keine Flugerfahrung braucht, um eine Drohne sicher zu fliegen.

 

Verlust des GPS Signals

Fast alle dieser Abstürze sind auf den GPS Modus zurückzuführen. Denn wenn man NUR gelernt hat im GPS Modus zu fliegen und das GPS beispielsweise durch Funkantenne gestört wird, ist ein Absturz vorprogrammiert. Man macht seine Autoprüfung ja auch nicht in einem Tesla mit Autopilot und kann im Notfall nicht vernünftig eingreifen. Daher ist es sehr wichtig, die grundlegende Steuerung einer Drohne zu erlernen und zu beherrschen.

Als ich mit der Drohnenfliegerei begonnen habe, musste ich einige negative Erfahrungen mit GPS machen. Das häufigste Problem sind sogenannte Flyaways, bei dem das GPS eine falsche Koordinate als Referenz nimmt und dann in eine Richtung davonfliegt. Weiss man in einer solch prekären Situation nicht blitzschnell, was zu tun ist, sieht man die Drohne nie wieder. Auch können durch solche Fahrlässigkeit Drittpersonen zu Schaden kommen

 

Ein Kontrollverlust der Drohne im GPS-Modus ist auf verschiedene Arten möglich. Hier liste ich einige davon auf mit entsprechenden Youtubevideos:

 

Störung des GPS durch ein Elektrizitätskraftwerk

In der Nähe von starken elektrischen Leitungen und magnetischen Felder sollte man grundsätzlich nicht fliegen. Die GPS Antenne kann dadurch stark beeinträchtigt werden. Dieser typische Fehler wird in diesem Video gezeigt:

 

 

GPS Verlust unter einer Brücke

In Städten und Orten an denen keine GPS Satelliten empfangen werden, ist es grobfahrlässig den GPS Modus zu nutzen. Wie das aussehen kann, siehst du hier:

 

 

Flyaway im GPS Modus

Trotz vollem Empfang aller Satelliten, kann es vorkommen, dass das GPS den Standort falsch interpretiert und plötzlich in eine Richtung davonfliegt. Hier das Video dazu:

 

 

Falsche Kompasskalibrierung

Ein weiterer sehr oft gesehener Fehler ist die falsche oder fehlende Kompasskalibrierung. Sobald man den Akku an die Drohne anschliesst, wird der Initialisierungsprozess gestartet. Dabei erkennt man schnell, ob eine Kompasskalibrierung notwendig ist. Dadurch kann der berühmte „Flip of Death“ entstehen, bei dem sich die Drohne im Schwebeflug um 180Grad nach unten dreht und sich mit den Rotoren regelrecht in den Boden hineinfrisst. Sollte man das vor dem Abflug nicht erkennen, könnte das folgendermassen aussehen:

 

 

Wie eine Kompasskalibrierung bei einer DJI Drohne gemacht wird siehst du in diesem Video:

 

Richtiges Vorgehen

Wenn mich jemand fragt, wie man am besten vorgehen sollte als angehender Pilot, würde ich ihm folgendes raten:

Kauf dir eine Minidrohne, die es schon für 50 Euro zu kaufen gibt. Bei dieser gibt es normalerweise keinen GPS Modus, man ist also gezwungen die Drohne aktiv zu steuern. Zudem überstehen die kleinen Drohnen, aufgrund ihres geringen Gewichts auch starke Crashs. Damit kann man sich richtig austoben und die Steuerung durch „Learning-by-doing“ erlernen. Nun liegt es an dir. Üben, üben und üben. Sobald man die kleinen, quirligen Drohnen beherrscht, kann man theoretisch auch eine 10‘000Fr. teure Drohne steuern.

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Minidrohne Hubsan X4

Eine andere Möglichkeit ist, sich einem Bekannten anzuschliessen der schon eine Drohne besitzt und Erfahrungen gesammelt hat. Durch eine „Schüler-Lehrer“-Kabel können zwei Fernsteuerungen verbunden werden. Dabei kann der „Lehrer“ jederzeit die Steuerung übernehmen und dadurch in gefährlichen Situationen eingreifen.

 

 

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